Beginn des Klosterbezirks

774 wurde die „Walhestorpher Mark“ erstmals als Schenkung ans Kloster Lorsch erwähnt.

1156 wird das von Gottfried von Beselich einige Jahre vorher gegründete Mönchskloster offiziell vom Mainzer Erzbischof beurkundet, um 1235 wurde es ein Nonnenkloster, eines der ersten in Nassau und neben Eibingen und Dirstein auch das einzige zu dieser Zeit. Standort des Klosters mit seinen Wirtschaftsgebäuden war etwa vom heutigen Klosterplatz bis vor zur ehemaligen Schule, die 1824 dort errichtet wurde.

Ab 1350 stellte sich das Kloster unter den Schutz des Grafen Adolf von Nassau.                              

1355 erfolgte der Teilungsvertrag der Linien Nassau-Idstein u. Nassau-Weilburg; die  Zugehörigkeit des Klosters Walsdorf war strittig. Walsdorf lag an der Nahtstelle der Diözesen Mainz und Trier, befand sich sowohl im Einflussbereich der Grafen von Nassau als auch der Grafen von Diez.

Die Nonnen bzw. Klosterjungfrauen waren fast alle von adliger Herkunft, teilweise aus regierenden Häusern und das Kloster wohlhabend – somit war Ort und Kloster interessant für beide Grafschaften. Doch das Kloster wurde aufgrund der guten Kontakte zwischen den Grafen in Idstein und der Klosterleitung der Idsteiner Linie zugesprochen, welche Walsdorf 1358  zur Stadt erhob = Wallstatt.

Die Grafschaft Idstein wurde um 1562 lutherisch, das Kloster ab ca. 1600.

Das Klostergebäude hatte ein Maß von ca. 25 x 12m, war 3-stöckig, mit einer Linde davor, wo Brot und Wein für Bettler zu finden waren; es war mit einem Friedhof umgeben. Das Kloster hatte Wirtschaftsgebäude (Brauhaus,  Back- und Waschhaus, Klosterkeller, Vieh- und Schafstall).

Im Kloster gab es ein Dormitorium bzw. 20 Zellen für bis zu 25 Nonnen, die Kammer des Paters, eine Kirche, eine Schulstube, die Stube der Äbtissin und einen großen Konventsaal.

Die meisten Klosterbewohner blieben Klosterjungfrauen, einige wurden Nonnen, manche wurden „ehrlich“ verheiratet, andere blieben bis zu ihrem Tod da. Neben dem Katechismus sollten sie auch in Lesen, Schreiben, Rechnen, Hand-, Haus- und Gartenarbeiten unterrichtet werden sowie  Zucht, Demut, Redlichkeit und äußerliche Tugenden lernen.

Die Nonnen sollten, sobald sie mündig wurden, selbst auf ihr Erbe verzichten.  Viele von ihnen mussten während ihres Aufenthalts im Kloster mehrmals Bittbriefe an Eltern und Brüder schreiben, damit das Kostgeld bezahlt wurde – trotzdem blieb dies oftmals aus.

1471 –   Friedrich von Gottes Gnaden Röm. Kaiser, König von Ungarn, Dalmatien und Kroatien, Herzog zu Österreich,  Steier, Kärnten und Krain,[..] übermittelt an das Kloster ein Schreiben,  in welchem er das Konvent und die Äbtissin Jakoba unter seinen direkten Schutz stellt.

Ende 1627 Ausbruch der Pest, die Nonnen verlassen das Kloster, Rückkehr Anfang/Mitte 1628. 1634 erlischt das Kloster nach Plünderung durch spanische Truppdie Grund- und Gesamtschule Wallrabenstein eingegliedert. Heute ist das Gebäude in Privatbesitz.

Siehe auch in der Übersicht „Kloster“


©Text  Bürgerverein Walsdorf e. V. – Mai 2019